Zen
Zen ist ein Begriff aus dem Buddhismus, der philosophisch auf die Nichtigkeit allen Seins hinweist und dadurch erst die Bedeutung wirklich wichtiger Dinge hervorhebt. Er ist ein wesentlicher Teil der Kultur Japans und hat die Künste, zu denen auch die Kampfkünste gehören, maßgeblich beeinflusst. Das Wort Zen ist zu einem Synonym für Meditation und eine bestimmte Formgebung in der Kunst geworden, die sich durch Sparsamkeit auszeichnet und durch Reduzierung dem Wesentlichen Bedeutung gibt.
Zen (chin. Chan) wurde von Bodhidharma im Shaolin-Kloster entwickelt. Somit hat das Shaolin-Kloster nicht nur den Kampfkünsten entscheidende Impulse verliehen, es ist vor allem als Entstehungsort der Zen-Kultur zu sehen. Im Ursprung bestand die Zen-Schulung vor allem aus einem meditativen Element, das die Willenskraft stärken und den Geist intuitiv entwickeln sollte. Zum anderen kann Zen als die erste Form der analytischen Psychotherapie angesehen werden. Diese Formen waren bereits im antiken Shaolin-Kloster unter Bodhidharma ausgeprägt.
Im Shaolin-Kloster scheint unter dem Einfluss des chinesischen Taoismus auch erstmals ein besonderer Prozess stattgefunden zu haben, nämlich die Verschmelzung von Kriegskunst (Barbarei) und Meditation (Geist). Allerdings gelang es dieser Zen-Kultur in China nie, recht Fuß zu fassen. In Japan jedoch wurde sie von der Kriegerelite der Samurai begierig aufgegriffen und zur Blüte gebracht. Von daher wurde Zen ein nicht mehr wegzudenkendes Element in den Budoarten.
Mit der Versportlichung der Budoarten entartete das Zen-Prinzip zur reinen Farce und wurde kaum noch wie zur Zeit seiner Höhepunkte in Japan und Korea kultiviert.
Wir lehren Kampfkunst wieder in der ursprünglichen Bedeutung der Verbindung von Kampfkunst und Meditation. In den Anfängerstufen drückt sich das vor allem durch die Realisierung der Prinzipien Disziplin, Höflichkeit und Achtsamkeit aus.